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Eichenprozessionsspinner - Auswirkungen

Während es sich beim adulten Eichenprozessionsspinner um einen harmlosen Nachtfalter handelt, sind seine Raupen Schädlinge in mehrerer Hinsicht. Sie ernähren sich vom Laub der befallenen Bäume und futtern im schlimmsten Fall die gesamten Blätter weg. Übrig bleiben lediglich die Mittelrippen und ein paar starke Blattadern. Der Kahlfraß schwächt die Holzgewächse. Ein mehrjähriger starker Befall führt zu ernsthaften Konsequenzen, da die Bäume anfälliger gegenüber Krankheiten und Schädlingen wie Mehltau oder dem Eichenprachtkäfer werden.


Eine größere Gefahr als die Fraßschäden sind jedoch die gesundheitlichen Auswirkungen des EPS auf Menschen und Tiere. Grund hierfür sind die giftigen Brennhaare der Raupen, die allergieähnliche Symptome wie Juckreiz oder eine Raupendermatitis hervorrufen.
In Gefährdungsgebieten wie Brandenburg, Berlin, Potsdam oder Magdeburg ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Welche allergischen Reaktionen treten bei EPS auf?

Gefährlich werden die EPS-Raupen ab dem dritten Larvenstadium. Ab dieser Zeit bilden sich giftige Haare aus, die zwar nur 0,1 Millimeter lang sind, aber den giftigen Eiweißstoff Thaumetopoein enthalten. Dieser greift das Immunsystem an und führt zu allergieähnlichen Reaktionen.
Zu den wichtigsten Symptomen zählen:

  • stark juckende und brennende Hautrötungen und Hautausschlag in Form von Pusteln, Quaddeln oder Knötchen,
  • Reizungen der Schleimhäute in Mund und Nase,
  • Brennen und Hustenreiz in den Atemwegen, in seltenen Fällen auch Atemnot,
  • Reizungen der Augenbindehaut, rote Augen, geschwollene Lider, manchmal auch Bindehautentzündung,
  • begleitende allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, Schwindel und Müdigkeit.


Trotz der ähnlichen Symptome handelt es sich im Normalfall nicht um eine allergische Reaktion, auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass der Erstkontakt mit den Brennhaaren eine solche Überempfindlichkeitsreaktion auslöst. Die Beschwerden sind vielmehr eine Reaktion des Organismus auf das giftige Thaumetopoein.

Wann kommt es zu diesen Symptomen?

Zu den allergieähnlichen Reaktionen kommt es durch eine Berührung der giftigen Brennhaare. Allerdings machen sie sich nicht sofort bemerkbar, sondern für gewöhnlich erst mehrere Stunden später.
In welchem Ausmaß sich die Symptome zeigen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Bei einigen kommt es nur zu einem leichten Ausschlag, der einem Insektenstich ähnelt, andere leiden unter Eiterbläschen am gesamten Körper und schmerzhaftem Husten.
Mittlerweile ist bekannt, dass die Empfindlichkeit und die Stärke der Körperreaktionen bei jedem Kontakt mit den giftigen Raupenhärchen zunehmen.

Kann die körperliche Reaktion auf das Gift lebensbedrohende Ausmaße annehmen?

Bei besonders empfindlichen Menschen kommt es durch den Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner zu extremen Reaktionen wie schwerem Asthma oder einem anaphylaktischen Schock. Durch Letzteren kommt es immer wieder auch zu Todesfällen.
Betroffene mit stärkeren Beschwerden sollten deshalb nach einem EPS-Kontakt ihren Hausarzt aufsuchen. Der Arzt kann den Schweregrad der Symptome beurteilen, eine geeignete Therapie einleiten oder den Patienten bei Bedarf in ein Krankenhaus einweisen.

Wie wirkt das Nesselgift auf Hunde und andere Tiere?

Beißen Hunde in heruntergefallene Nester, können sie eine schwere Verletzung am Maul, der Zunge oder der Mundschleimhaut erleiden. Im schlimmsten Fall kann es zum Absterben der betroffenen Areale kommen. Nehmen die Tiere bei der Fellpflege oder über die Nahrung giftige Haare auf, können Magenschleimhautentzündungen die Folge sein.
Schnüffeln Hunde oder Pferde neugierig an Gespinstnestern oder Raupen, gelangen die Brennhaare bis in die Atemwege. Treten dadurch Schwellungen im Hals auf, kann es geschehen, dass die Tiere keine Luft mehr bekommen. Auch bei den Vierbeinern ist ein allergischer Schock möglich, der tödlich enden kann.

Welche Risikogruppen gibt es?

Grundsätzlich kann jeder, der sich in einem EPS-Gebiet aufhält, in Kontakt mit den Brennhaaren kommen. Auch wenn sich kein Baum in direkter Nähe befindet, ist niemand völlig sicher, da die feinen Härchen vom Wind Hunderte Meter weit durch die Luft getragen werden. Besonders bedroht sind Fußgänger und Radfahrer in T-Shirts und kurzen Hosen bzw. Röcken.


Zu den am stärksten gefährdeten Risikogruppen zählen:
  • Erholungssuchende in befallenen Waldgebieten,
  • Anwohner in direkter Nähe zu befallenen Waldgebieten,
  • spielende Kinder unter befallenen Bäumen,
  • Besucher von Freizeiteinrichtungen mit Eichenbaumbeständen, 
  • Erwachsene und Kinder in Schulen und Kindergärten im Umfeld von Eichen,
  • Haus- und Gartenbesitzer mit Eichen auf dem Grundstück,
  • Jäger, Forstpersonal, Waldarbeiter,
  • Arbeitskräfte von Landschaftspflegebetrieben und Straßenmeistereien,
  • Brennholzabnehmer,
  • Hunde und Katzen mit Freigang sowie
  • Pferde und Weidevieh auf eichenbestandenen Koppeln und Weiden.

Welche Maßnahmen empfehlen sich nach einem Kontakt mit EPS, um die Gifthaare zu entfernen?

Damit die unangenehmen Symptome gar nicht erst auftreten, empfiehlt es sich, befallene Gebiete möglichst zu meiden und Raupen und Nester keinesfalls anzufassen. 

Bei Waldspaziergängen und in der Nähe von Eichen ist es ratsam, empfindliche Hautbereiche wie den Hals, den Nacken und die Unterarme zu schützen.
Pflegemaßnahmen am Baum sollten bei einem Befall mit giftigen Raupen unterlassen und auf die Holzernte verzichtet werden.


Ist es bereits zu einem Kontakt gekommen, können folgende Maßnahmen das Risiko von Körperreaktionen mindern:

  • ausgiebig duschen und die Haare gründlich waschen, um die Brennhaare zu entfernen,
  • Kleidung und Schuhe durchwaschen, da hier die Haare ebenfalls haften,
  • betroffene Stellen kühlen,
  • entzündungshemmende Creme oder Salbe auftragen.


Könnte ein Hund Bekanntschaft mit den Härchen gemacht haben, ist es empfehlenswert, sein Fell nach dem Spaziergang gründlich zu bürsten oder das Tier sogar abzuduschen. Um das Aufwirbeln der Härchen zu vermeiden, sollte die Bürste feucht sein. Hunde, die keine Angst vor dem Staubsauger haben, können vorsichtig auf minimalster Einstellung abgesaugt werden.


Hat der Hund giftige Haare in die Schnauze bekommen, ist es wichtig, möglichst schnell den nächsten Tierarzt aufzusuchen, damit dieser das Maul fachmännisch ausspülen kann.

EPS niemals allein bekämpfen

Wer sich und sein Haustier vor den ernsten Folgen eines Kontakts mit dem Eichenprozessionsspinner schützen möchte, sollte sich ausführlich über die Verbreitung dieses Schädlings informieren.
Keinesfalls ratsam ist es, zu versuchen, das Problem selbst zu beseitigen. Besser ist es, die Gemeindeverwaltung zu informieren und die Schädlingsbekämpfung erfahrenen Firmen wie der Enviro Pest Control zu überlassen.