Wir sind zertifiziert nach:

Eichenprozessionsspinner - Vorbeugung gegen Raupen

Alljährlich im Frühjahr, mit dem Blätteraustrieb der Eichen, werden die Raupen des Eichenprozessionsspinners in vielen Regionen Deutschlands zum Problem. Die Nachkommen der unscheinbaren Schmetterlinge tun sich an den frischen Blättern gütlich und fressen zum Teil ganze Blattkronen leer.


Eine noch größere Gefahr stellen jedoch ihre Brennhaare dar, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Kommen Menschen oder Tiere mit ihnen in Kontakt, drohen allergieähnliche Symptome bis hin zum schweren anaphylaktischen Schock. Um die Ausbreitung der Giftraupe einzudämmen, werden mittlerweile diverse vorbeugende Maßnahmen gegen sie ergriffen.

Wie entwickeln sich die Giftraupen?

Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um die Raupe eines Nachtfalters. Dieser schlüpft zwischen Juli und September aus der Puppe und macht sich dann auf die Suche nach einer Wirtspflanze für die Eiablage. Die Weibchen legen ihre Eipakete bevorzugt auf die ein- und zweijährigen Zweige von Eichen ab, nehmen aber manchmal auch mit anderen Laubbaumarten wie der Hainbuche vorlieb.


Ab April schlüpfen Raupen des ersten Entwicklungsstadiums aus den Eiern. Ab dem dritten Stadium bilden sie ihre Brennhaare aus. Diese sind nur 0,1 bis 0,3 mm lang, aber für zahlreiche Gesundheitsbeschwerden verantwortlich. Da die Zahl der Härchen in jedem Raupenstadium zunimmt, steigt auch die Gefahr für Mensch und Tier.

Mögliche Anzeichen eines EPS-Kontaktes sind:

  • starker Juckreiz,
  • Quaddeln,
  • Schwindel,
  • Kopfschmerzen,
  • Fieber,
  • Bindehautentzündung,
  • Atemnot.

Bei den meisten Menschen bleibt es bei leichten Symptomen, die unbehandelt nach ein bis zwei Wochen abklingen. Liegt jedoch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber dem Nesselgift vor oder kommt es zu einem vermehrten oder wiederholten Kontakt mit den Brennhaaren, können stärkere Beschwerden die Folge sein. In seltenen Fällen erleiden die Betroffenen einen gefährlichen anaphylaktischen Schock mit Kreislaufkollaps.

Um Mensch und Tier zu schützen, ist eine frühzeitige Gefahrenabwehr insbesondere dort erforderlich, wo sich Nester des Eichenprozessionsspinners in Nähe von Wohngebieten und stark frequentierten öffentlichen Bereichen befinden.

Wann ist eine vorbeugende Bekämpfung sinnvoll?

Durch eine rechtzeitige Vorbeugung lässt sich verhindern, dass die Zahl der Raupen und Nester unerwünschte Ausmaße erreicht. Damit die Maßnahmen Wirkung zeigen, sollten sie spätestens Ende April bis Mitte Mai erfolgen. Um festzustellen, ob eine präventive Bekämpfung zweckmäßig ist, werden vorab die Risiken einer Besiedelung durch den EPS analysiert. Dabei wird berücksichtigt, wo sich EPS-anfällige Bepflanzungen befinden, in welchen Gebieten viele Menschen anwesend sind und wo aufgrund ökologischer Zielvorgaben Einschränkungen bezüglich des Einsatzes bestimmter Bekämpfungsmethoden bestehen.


Am anfälligsten für einen Befall sind Monokulturen von Eichen. Am liebsten sind dem Eichenprozessionsspinner halb ausgewachsene Bäume an Straßenrändern in einer offenen Landschaft mit geringem Unterwuchs anderer Pflanzenarten. Er kolonialisiert aber auch solitäre Eichen, beispielsweise in Gärten. Eine Beobachtung der Population ist insbesondere in viel besuchten Gegenden empfehlenswert oder an Orten, wo Menschen sich längere Zeit aufhalten.


Um die Gefahr für nahegelegene Wohngebiete beurteilen zu können, ist es sinnvoll, Informationen über das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners in Naturgebieten zu sammeln. So werden mittels Pheromon- oder Lichtfallen zwischen Anfang/Mitte Juli und Ende September adulte Tiere gefangen, um eine Einschätzung des Artbestandes und der zu erwartende Menge an Eipaketen in der jeweiligen Region zu erhalten. Des Weiteren werden Informationen zu Fundorten und zur Anzahl der Nester gesammelt, um zu sehen, wie sich die Raupe im Laufe der Jahre in einem bestimmten Gebiet ausgebreitet hat. Darüber hinaus lässt sich die voraussichtliche Populationsdichte für das nächste Jahr durch die Probenahme von Ästen und deren Kontrolle auf die Anwesenheit von Eipaketen abschätzen. Werden mehr als zwei bis drei Eipakete pro zehn Meter Ast gefunden, ist es geboten, die Bekämpfung bereits vorbeugend einzuleiten.

Spritzung meist ausreichend. Bei größeren Wuchshöhen oder in stark betroffenen Gebieten kann die Behandlung binnen zehn Tagen wiederholt werden.


Mittlerweile kommen statt der Insektizide immer häufiger Nematoden (Fadenwürmer) zur Anwendung, die ebenfalls im April bis Mai aufgebracht werden. Diese Makroorganismen fallen nicht unter die Zulassungskriterien für chemische Pflanzenschutzmittel und Biozide. Daher ist ihr Einsatz auch in Regionen möglich, in denen andere Substanzen problematisch sind.

Wann sollte ich die Eichen in meinem Garten auf Giftraupen kontrollieren?

Erste Anzeichen für einen EPS-Befall ist ein ab Mai auftretender Blattfraß in den oberen Kronen Ihrer Bäume. Im ersten Larvenstadium sind die Raupen etwa 0,3 cm lang, orangebraun mit schwarzer Kopfkapsel und haben lange dunkle Haare. Nach der ersten Häutung tragen die jetzt rund 1,5 cm langen Larven auf dem Rücken einen dunklen Streifen, während die Seiten graublau sind. Die Haare erscheinen hell, weiß scheinend. Im dritten Larvenstadium sind die Farben intensiver und es bilden sich rötlich braune Spiegelflecke aus. Ab diesem Zeitpunkt beginnt auch die Ausbildung der gefährlichen Brennhaare.


Spätestens jetzt sollten Sie die Spezialisten von der Enviro Pest Control zurate ziehen, um eine Kontamination Ihres Grundstücks und der Umgebung mit den Gifthärchen zu vermeiden. Versuchen Sie keinesfalls, die Raupen selbst zu entfernen. Zum einen drohen Ihnen gesundheitliche Risiken, zum anderen erfordert der Einsatz von Insektiziden spezielle Kenntnisse, über die in der Regel nur professionelle Schädlingsbekämpfer verfügen.